|
Liebe GenossInnen,
es hat sich
abgezeichnet und wurde heute in der Sitzung der Landesregierung tatsächlich
vollzogen: Die ÖVP hat dem Vorsitzenden der SPÖ
NÖ, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Sepp Leitner,
die Kompetenzen für Wohnbau und Gemeindefinanzen entzogen.
LHStv. Dr. Leitner hat heute Nachmittag in einer
Pressekonferenz gemeinsam mit NR Bgm. Hannes Fazekas, Schwechat, NR Bgm. Otto
Pendl, Trumau, und Bgm. Herbert Katzengruber, Amstetten, zu diesem völlig
überzogenen, allen Regeln der Demokratie widersprechenden Vorgang Stellung
genommen
Anbei zu Eurer
Information die Zusammenfassung der Pressekonferenz:
Leitner: "Das
Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP ist obsolet"
SPÖ NÖ - Weiter mit
voller Kraft für Niederösterreich!
"Die ÖVP NÖ hat nie Interesse gezeigt, mit uns konstruktive
Gespräche zu führen", erklärt der Vorsitzende der SPÖ
NÖ, Dr. Sepp Leitner, angesichts
des heutigen Beschlusses der ÖVP NÖ, ihm Ressortkonsequenzen zu entziehen,
"Zusammenarbeit bedeutet für Landeshauptmann Pröll, Ja zur ÖVP zu sagen.
Ein Einbringen als kompetenter Partner ist definitiv nicht gewünscht."
Persönliche Beleidigungen Leitners
- vom "Lügner" bis zum "unbedarften Vorsitzenden" hätten
in der Budget-Diskussion den Stil der ÖVP-Spitzenfunktionäre beherrscht.
Auch die Bürgermeister NR Otto Pendl, Trumau, und NR Hannes
Fazekas, Schwechat, sehen eine Demonstration der ÖVP-Allmacht im
Kompetenzentzug für LHStv. Leitner:
"Das ist einer demokratisch legitimierten Partei nicht würdig und
erinnert an schulmeisterliche Disziplinierungsmaßnahmen von anno
dazumal", meint Pendl, "sich konstruktiv einzubringen, muss erlaubt
sein, noch dazu wenn es um mehr Sozial- und ArbeitnehmerInnenpolitik für das
Land geht!" In Schwechat würden die Vorschläge anderer politischer
Parteien zum Budget sehr wohl akzeptiert und im Sinne der Bevölkerung erörtert,
so Fazekas. "Lässt man diese Diskussionen nicht zu, so wie die ÖVP auf
Landesebene, ist der demokratische Bogen überspannt!"
"Der Pröll-ÖVP geht es nur am Rande um die Sache
selbst. Sie ist es einfach nicht gewohnt, dass jemand da ist, der nicht nur
zu allem nickt, das wird als Majestätsbeleidigung empfunden", stellt
Bgm. Herbert Katzengruber, Amstetten, fest. Die Volkspartei hätte sich mit
den Vorschlägen der SPÖ NÖ gar
nicht auseinandergesetzt, es gehe vielmehr um noch mehr Macht - auch in den
Gemeinden: "Der ÖVP ist es nur wichtig, durch die Vergabe von
Bedarfszuweisungen auch in den SPÖ-geführten
Gemeinden den Fuß drinnen zu haben!" SPÖ-Bürgermeister
sollen auf diese Weise zu "Bittstellern" werden und zu Pröll,
"wie zu einem Monarchen durch den Türschlitz kriechen müssen". Eine
Strategie, die im Hinblick auf die kommenden Gemeinderatswahlen nur allzu
durchschaubar sei. Er vermute auch, dass alle Vereine Niederösterreichs in
den nächsten Tagen oder Wochen einen Brief bekämen, in dem darauf hingewiesen
werde, dass ihre Unterstützung nur der ÖVP zu verdanken sei, wenn die SPÖ das Budget ablehne, rechnet Katzengruber mit
weiteren Vereinnahmungsversuchen.
"Geld ist Macht und Macht ist ein Druckmittel", sieht
LHStv. Sepp Leitner die
Angelegenheit nüchtern. "Es war nie eine Gesprächsgrundlage gegeben und
für uns ist das Arbeitsübereinkommen jetzt obsolet. Für diesen Kurs habe ich
heute auch im Landesparteivorstand der SPÖ
NÖ einhellige Zustimmung bekommen. Das bedeutet für uns aber nicht, dass wir
wie die ÖVP alle Türen zuknallen. Für Gabi Heinisch-Hosek und mich gilt
weiterhin: In der Regierungsarbeit konstruktiv, aber hart in der Sache, wenn
die ÖVP Niederösterreich falsche Wege geht!"
Mit freundschaftlichen
Grüßen,
Günter Steindl
Landesgeschäftsführer SPÖ NÖ
|